Chronik der St. Barbara-Klinik und des St. Josef-Krankenhauses

Der Grundstein für die St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen wurde am 28. Oktober 1963 gelegt. Träger des freigemeinnützigen Schwerpunktkrankenhauses war die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung Münster. Bereits am 4. Dezember 1964 wehte der Richtkranz über dem modernen Stahlbeton-Skelettbau, bei dessen Planung die harmonische Integration in die umliegende Landschaft berücksichtigt wurde.

Klinikbetrieb

Am 13. Juni 1967 konnte der damalige Diözesanbischof Josef Höffner aus Münster die St. Barbara-Klinik einweihen und ihrer Bestimmung übergeben. Der Klinikbetrieb wurde zunächst mit 386 Patientenbetten in sieben Fachabteilungen aufgenommen.

Erweiterung des Leistungsspektrums

Bis in die Gegenwart ist das medizinisch-therapeutische Leistungsspektrum stetig erweitert worden. Besondere Akzente setzte die Klinik mit der neugegründeten Anästhesie-Abteilung (1979), mit der Einrichtung einer Abteilung für nuklearmedizinische Diagnostik (1981), der Einrichtung einer neurochirurgischen Abteilung (1981) und der Eröffnung eines Dialysezentrums (1986).

Klinik im Wandel

Von 1993 bis 2003 lag die Trägerschaft des Hauses in den Händen der Genossenschaft der Krankenschwestern nach der III. Regel des hl. Franziskus Münster, Westfalen, die seit 2004 von der St. Franziskus-Stiftung Münster, eine Stiftung der Genossenschaft der Krankenschwestern nach der III. Regel des hl. Franziskus Münster, Westfalen, übernommen wurde. Unter der Trägerschaft des Ordens entwickelte die Klinik ihren Schwerpunkt in Richtung Kopf- und Traumazentrum. Zahlreiche daraus resultierende Großprojekte wurden mittlerweile umgesetzt, wie z. B. der neue Hubschrauberlandeplatz, der Neubau des OP-Traktes, die zentrale Aufnahmestation sowie die neue operative Intensivstation.
Die Klinik erweitert das Leistungsspektrum weiter mit Einrichtungen wie einer Infektionsstation und einem Herzkatheterlabor.
2017 feierte die St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen 50-jähriges Bestehen – mit einem offiziellen Festakt und einem großen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung.

Das "St. Jupp" und Bockum-Hövel werden Teil der Geschichte

Auch das St. Josef-Krankenhaus hat eine weitreichende Geschichte. Gegründet wurde das Bockum-Höveler Krankenhaus im Jahr 1913. Das schwere Grubenunglück auf der benachbarten Zeche Radbod im Jahre 1908 gab den entscheidenden Anstoß, ein Krankenhaus zu bauen. Das Versorgungsgebiet war Bockum-Hövel und die im angrenzenden Münsterland gelegenen Bauernschaften. Der damalige Ehrenamtmann Freiherr Fritz von Twickel trat mit dem Malteserorden in Verhandlungen ein und stellte ein Grundstück in Hövel zur Verfügung.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. Oktober 1911. Auf Wunsch der Freifrau Therese von Twickel zu Ermelinghof erhielt das Haus zu seiner Einweihung am 21. Februar 1913 den Namen St. Josefs-Krankenhaus. Der inzwischen zum Krankenhaus-Kommissar bestellte Freiherr von Twickel band die Clemensschwestern durch Vertrag an das neue Haus mit seinen 100 Betten, welches bereits zu seiner Eröffnung am 10. März 1913 die ersten Verletzten der Zeche aufnahm.

Nach einer wechselvollen Geschichte mit vielen Um- und Erweiterungsbauten, in der das Krankenhaus auch überörtlich einen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung leistete, wurde 1978 der Neubau eingeweiht.

Im April 2009 wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des St. Josef-Krankenhauses aufgeschlagen. Das ehemalige Malteserkrankenhaus wurde zusammen mit dem angegliederten Medizinischen Versorgungszentrum und seinem ambulanten Pflege- und Palliativpflegedienst ein Teil der katholischen St. Franziskus-Stiftung Münster.
Mit dem Trägerwechsel profitiert das St. Josef-Krankenhaus von der Innovationskraft einer starken Krankenhausgruppe, die derzeit unter ihrem Dach 15 Krankenhäuser mit über 4.000 Betten, neun Behinderten- und Senioreneinrichtungen sowie zwei Hospize vereint.
Die Zielsetzung einer optimalen Patientenversorgung durch eine Vielzahl von Fachrichtungen bleibt das zentrale Anliegen und wird konsequent weiterverfolgt. Im August 2010 entstand durch den Zusammenschluss des St. Josef-Krankenhauses Hamm-Bockum-Hövel mit der St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen die St. Barbara-Klinik Hamm GmbH.

In diesem Konstrukt findet im Laufe der Jahre auch neue Fachrichtungen wie die Onkologie und die Adipositaschirurgie ihren Platz und komplettieren das Leistungsspektrum der Klinik.

Josef zieht zu Barbara

Im Jahr 2017 stellt die St. Franziskus-Stiftung Münster ihre Pläne zur Integration des St. Josef-Krankenhauses Hamm-Bockum-Hövel in die St. Barbara-Klinik in Hamm-Heessen vor. Als Leuchtturm der Medizin bietet die St. Barbara-Klinik in der Stadt Hamm eine maximale Versorgung und hoch spezialisierte Fachabteilungen gebündelt an einem Standort. Für die Bürger bedeutet das: noch mehr medizinische Kompetenz, noch effektivere Zusammenarbeit und noch kürzere Wege zu Ihrer Gesundheit!

Die medizinische Versorgung in Bockum-Hövel bleibt weiterhin gesichert. Ein medizinisches Versorgungszentrum deckt die Fachbereiche Neurochirurgie, Unfallchirurgie und Allgemeinmedizin für die breite Bevölkerung des Ortsteils ab.

Seit 2023 arbeiten nun alle rund 1.280 Mitarbeitenden in 14 Fachabteilungen unter einem Dach, während die letzten Umbaumaßnahmen am Funktionstrakt laufen. 

Zukunftsmusik

Perspektivisch beabsichtigen die St. Franziskus-Stiftung Münster und die Marienhaus-Gruppe einen Zusammenschluss des operativen Geschäfts. Es entsteht ein führendes freigemeinnütziges Krankenhaus- Altenhilfe- und Gesundheitsunternehmen in Deutschland.