Dienstag, 02.06.2026

Roboter-assistiertes Operieren mit dem da Vinci ® X

Investition in innovatives System für schonende OPs

 

Es ist der Einstieg in die Chirurgie der Zukunft: Die St. Barbara-Klinik Hamm hat ab sofort als einzige Krankenhaus in der Region das hochmoderne Operationssystem da Vinci ® im Einsatz, das in der Chirurgie roboterassistiertes Operieren ermöglicht. Die erste OP fand am 21. Mai 2026 statt. Vorangegangen war eine monatelange Planungs- und Schulungszeit für die Operationsteams der St. Barbara-Klinik Hamm. Für Dr. med. Gilbert Lawong, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Vizeralchirurgie, ist damit ein Quantensprung gelungen.

 


Minimalinvasive Operationen werden in der Chirurgie bereits seit vielen Jahren durchgeführt und haben das konventionelle offene OP-Verfahren in zahlreichen Fällen bereits abgelöst. Wie bei der herkömmlichen Laparoskopie werden auch bei der roboterassistieren Chirurgie per Schlüssellochtechnik Licht und miniaturisierte Instrumente in die Bauchhöhle eingebracht. Das da Vinci ®- Operationssystem wurde entwickelt mit dem Ziel, dass Ärztinnen und Ärzte weniger invasive und damit schonendere Eingriffe vornehmen können.
Es besteht aus einer ergonomischen Arztkonsole, einem Patientenwagen mit vier interaktiven Armen und einem Videosystemwagen, ausgestattet mit einer zentralen Rechnereinheit zur Kommunikation zwischen den da Vinci ®- Systemkomponenten.


Mit innovativer Technologie skaliert, filtert und übersetzt das da Vinci ® - Operationssystem die Handbewegungen des Operierenden an der Konsole in präzise Bewegungen der Instrumente im OP-Gebiet. Die Instrumente können in mehr Freiheitsgraden als die menschliche Hand bewegt werden und bieten damit einen besseren Zugang zur Eingriffsstelle.
„Das Da-Vinci-System ermöglicht auch komplizierte Eingriffe ohne große Schnitte, die mit äußerster Präzision auf kleinstem Raum ausgeführt werden können“, so Dr. Lawong. Zusammen mit Dr. med. Josef Kossow, Facharzt für allgemeine und spezielle Viszeralchirurgie, und dem leitenden Oberarzt Luis Sangueza Quintanilla, ebenfalls Viszeralchirurg und Koordinator des Darmkrebszentrums, haben an der St. Barbara-Klinik Hamm drei Operateure die besondere Zusatzqualifikation für roboterassistiertes Operieren.


„Es ist nicht so, dass da ein Roboter operiert und der Chirurg geht Kaffee trinken“, stellt Dr. Kossow klar. „Der Roboter ist nur ein Gerät und kann nichts entscheiden.“ Es braucht immer zwei der drei zertifizierten Ärzte, um einen Eingriff mit dem Da Vinci ® -System durchzuführen: Einer sitzt an einer speziellen Konsole und der andere am OP-Tisch beim Patienten. Außerdem sind zwei speziell geschulte OP-Pflegekräfte, ein Anästhesist und eine Anästhesiepflegekraft an jeder OP beteiligt. Alle sehen das Operationsfeld im Patienten auf mehreren Monitoren und hören über Lautsprecher die Stimme des Operateurs, der tief in die Konsole blickt und die OP-Instrumente wie Zangen, Scheren, Greifer und Nadeln steuert, die durch nur durch minimalinvasive Zugänge zum Operationsgebiet geführt werden. „Schaut man von der Konsole weg, stoppt das System jede Bewegung von Instrumenten sofort“, erläutert Dr. Lawong.


Der Roboter übersetzt die Handbewegungen und Steuerbefehle des Operateurs in einer Präzision und Gelenkigkeit, wie es bei einer konventionellen oder laparoskopischen OP nicht möglich wäre. „Wir arbeiten mit bester Sicht bei 10-facher Vergrößerung im OP-Bereich bei minimalem Platzbedarf auf kleinstem Raum, weil die Instrumente im Vergleich zu einer Hand mehr und mehrdimensional bewegliche Gelenke haben“, beschreibt der Leitende Oberarzt Sangueza. „Vorteilhaft ist der Da Vinci ® auch bei schwergewichtigen Patienten, die uns sonst vor besondere ergonomische Aufgaben stellen – wir benötigen keine zusätzlichen Schnitte, um überall dran zu kommen.“ Die Schnitte für die Instrumente sind klein, das Gewebe wird gut geschont, daher geht auch die Heilung komplikationsloser und mit weniger Schmerzen vonstatten. „Die Patienten erholen sich in kürzerer Zeit und können viel schneller wieder nach Hause entlassen werden“, berichtet Dr. Kossow.


Die Patienten reagieren zumeist sehr positiv auf das Angebot, ihren Eingriff roboterassistiert durchzuführen. „Wir sind alle sehr gut ausgebildet und haben mit dem da Vinci ®nun die Erweiterung unserer Möglichkeiten. Wir können von Fall zu Fall entscheiden, ob wir konventionell offen, minimal invasiv in Schlüssellochtechnik oder minimal invasiv mit Roboterassistenz operieren.“, erläutert Sangueza. In der Sprechstunde wird mit den Patienten geklärt, welche der drei Optionen zum Einsatz kommen soll. Bei der Wahl der OP-Methode stehen die Patientensicherheit und das optimale Ergebnis in dem jeweiligen Fall im Vordergrund. Auch die Pflegekräfte lassen sich gerne auf die neue Methode ein: „Selbst die Älteren sagen, da möchten wir unbedingt dabei sein“, sagt Vanessa Pollmer, die als OP-Pflegekraft bei der ersten OP assistiert hat.


„Wir haben mit dem da Vinci X® ein bewährtes Produkt des weltweit führenden roboter-assistierten Operationssystems im Einsatz und freuen uns, unseren Patientinnen und Patienten dadurch eine High-Tech-Operationsmethode auf höchstem Niveau bieten zu können“, berichtet Peter Potysch, Geschäftsführer der St. Barbara-Klinik Hamm. „Die St. Barbara-Klinik Hamm hat im Zuge der Landeskrankenhausplanung NRW mehrere Leistungsgruppen und damit die medizinischen Aufgaben zugeteilt bekommen, die roboterassistiert operabel sind. Und wir haben die Expertise im Haus.“ Zukünftig ist auch die Anschaffung eines weiteren da Vinci-Systems denkbar. Und Dr. Lawong führt fort: „Vielleicht wird die Frage in ein paar Jahren sein: Was machen wir NICHT mit dem Da Vinci ®?“

 

Das Bild zeigt von links nach rechts: OP-Manager Martin Biermann, Vanessa Pollmer, Dr. med. Josef Kossow, Dr. med. Gilbert Lawong und Luis Sangueza Quintanilla am Patientenwagen des da Vinci ®- Operationssystems. Bildquelle St. Barbara-KlinikHamm