Donnerstag, 24.09.2026

Präzision am Patienten und am Schläger: Spannender Führungswechsel in der Stereotaktischen Neurochirurgie

Dr. Thomas Fortmann übernimmt die Chefarztposition von Dr. Ralph Lehrke

Das Direktorium der St. Barbara-Klinik Hamm verabschiedete Senior Expert Dr. med. Ralph Lehrke (5. v.l.) in den wohlverdienten Ruhestand und begrüßte Dr. med. Thomas Fortmann (2. v.l.) als neuen Chefarzt der Klinik für Stereotaktische Neurochirurgie. (Fotos: St. Barbara-Klinik Hamm GmbH)

In der Klinik für Stereotaktische Neurochirurgie an der St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen steht ein Chefarztwechsel an: Dr. med. Thomas Fortmann übernimmt die Leitung von Dr. med. Ralph Lehrke, der die Klinik seit 2009 maßgeblich geprägt und weiterentwickelt hat. Lehrke bleibt der Klinik auch künftig als Senior Expert verbunden. Zudem wird er seinen Niederlassungssitz am CyberKnife-Zentrum in Soest in reduziertem Umfang fortführen.

Zufällig in die Stereotaxie gestolpert – und gerne geblieben

Dr. Ralph Lehrke kam 2009 an die St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen und begründete dort den Fachbereich Stereotaxie. Zuvor hatte er an einer Klinik in Köln gearbeitet. Ursprünglich hatte er den Wunsch, in der klassischen Neurochirurgie zu arbeiten. Doch die besondere Verbindung aus präziser Medizin, moderner Technik und enger Begleitung der Patientinnen und Patienten überzeugte ihn nachhaltig, in der Stereotaktischen Neurochirurgie. „Stereotaxie machen normalerweise die Neurochirurgen mit zwei linken Händen im OP“, sagt Dr. Lehrke mit einem Augenzwinkern. „Das trifft auf uns beide aber nicht zu, weil wir den OP ebenfalls gut beherrschen.“ 

Im Oktober 2018 kam Dr. Thomas Fortmann an die St. Barbara-Klinik – zunächst ebenfalls mit großem Interesse an der klassischen Neurochirurgie. Weil in der Stereotaxie zu diesem Zeitpunkt eine Oberarztstelle vakant war, sollte Fortmann jedoch diese Aufgabe zunächst übergangsweise übernehmen. Aus dem Provisorium wurde eine langfristige Perspektive: „Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich dauerhaft geblieben bin“, berichtet Fortmann.

Deutlich kürzere Operationszeiten

In den vergangenen acht Jahren haben Lehrke und Fortmann gemeinsam zahlreiche Abläufe etabliert, optimiert und weiterentwickelt. Dabei sei nicht nur ein leistungsfähiges medizinisches Team entstanden, sondern auch eine enge persönliche Verbindung. Nach fünf Jahren der Zusammenarbeit stellte Dr. Lehrke seinem Kollegen schließlich die Frage, ob er sich vorstellen könne, die Klinik eines Tages zu übernehmen. Fortmanns Antwort fiel eindeutig aus: „Ja.“

Zu diesen besonderen gemeinsamen Leistungen zählt die Optimierung der operativen Abläufe. Während stereotaktische Eingriffe üblicherweise sechs bis acht Stunden dauern können, gelang es dem Team, die durchschnittliche Operationszeit auf rund dreieinhalb Stunden zu reduzieren.

„Wir haben in den vergangenen Jahren gemeinsam sehr viel aufgebaut und verbessert“, sagt Dr. Fortmann. „Dabei war es uns immer wichtig, medizinische Qualität, Sicherheit und den individuellen Bedarf der Patientinnen und Patienten zusammenzudenken.“

Denn trotz hoher Spezialisierung und modernster technischer Verfahren steht für beide Ärzte die persönliche Betreuung im Mittelpunkt. „Die Medizin ist unsere große gemeinsame Leidenschaft“, so Lehrke. „Dazu gehört für uns auch, den Patientinnen und Patienten zuzuhören und ihre Fragen ernst zu nehmen.“

Technik als wichtiger Teil der Weiterentwicklung

Auch künftig möchte Dr. Fortmann die technischen Möglichkeiten in der Stereotaxie konsequent weiterentwickeln. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Fiber-Tracking. Dabei werden Faserbahnen im Gehirn sichtbar gemacht, um besser beurteilen zu können, an welcher Stelle Elektroden platziert werden sollten.

„Große Zukunftsvisionen habe ich nicht formuliert“, sagt Fortmann. „Aber wir wollen die Möglichkeiten, die uns moderne Technik bietet, weiter sinnvoll nutzen und in die Behandlung integrieren.“ 

Zusammenspiel nicht nur am OP-Tisch

Für Dr. Lehrke fällt der Schritt in den Teilzeit-Ruhestand auch deshalb nicht allzu schwer, weil er die Klinik in vertraute Hände übergibt. „Wir kennen uns seit vielen Jahren sehr gut“, sagt er. „Es ist eine enge, freundschaftliche Verbindung entstanden.“ Denn auch außerhalb der Klinik verbindet die beiden Mediziner einiges: Beide sind sportbegeistert und Familienmenschen, beide gelten als humorvoll, offen, kritikfähig und technikinteressiert. Während Lehrke künftig mehr Zeit für Tennis, Musik und seine Familie mit zwei erwachsenen Kindern haben möchte, stehen für Fortmann neben seiner Arbeit vor allem Badminton und das Familienleben mit seinen beiden Kindern im Alter von fünf und sieben Jahren im Mittelpunkt. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich als Vorsitzender eines Stiftungskuratoriums und als Vorsitzender eines Fördervereins.

Mit dem Wechsel bleibt die Klinik für Stereotaktische Neurochirurgie auf Kontinuität ausgerichtet. Die enge Zusammenarbeit der vergangenen Jahre bildet die Grundlage für eine verlässliche Übergabe und die weitere Entwicklung des spezialisierten Leistungsangebots.

„Wir danken Dr. Ralph Lehrke für sein langjähriges Engagement und seine großen Verdienste um die Klinik. Gleichzeitig freuen wir uns, mit Dr. Thomas Fortmann einen erfahrenen und bestens mit den Strukturen vertrauten Nachfolger zu gewinnen“, würdigte Geschäftsführer Peter Potysch im Rahmen der Feierstunde im Kurhaus Bad Hamm beide Ärzte.