Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa vom vergangenen September zufolge kennen 78 Prozent der Befragten die bundesweit kostenfreie, „24/7“ erreichbare Rufnummer 116 117. Das ist für die KVWL noch nicht genug. Auch vor Ort in Hamm soll für die Hilfehotline im Akutfall geworben werden.
Seit neuestem sind deshalb die 116 117 und ein QR-Code, der zur 116117.de führt, gut sichtbar im gesamten Empfangsbereich der Notaufnahme der St. Barbara-Klinik zu sehen. Dort befindet sich auch die Bereitschaftsdienstpraxis der KVWL – gemeinsam bilden sie die Portalpraxis. Kurze Informationen mit gut erkennbaren Hinweisen auf Aushängen in frischen Farben erläutern die Hilfsangebote der Kassenärztlichen Vereinigung. Dabei ist Hamm mit der Neugestaltung Pilotpraxis für ganz Westfalen-Lippe.
KVWL-Notfalldienstbeauftragter Dr. Ulrich Tappe: „Der Gedanke der gemeinsamen Versorgung wird hier von den Teams von Klinik und Bereitschaftsdienst schon gelebt. Und jetzt sind unsere Angebote an dem gemeinsamen Tresen der vor zwei Jahren errichteten Portalpraxis noch besser zu verstehen.“ Tappe ist Folgendes besonders wichtig: „Wer ein akutes gesundheitliches Problem hat, ist aber bereits zuvor beim Patientenservice 116 117 rund um die Uhr bestens aufgehoben – und spart sich den Weg in die Portalpraxis, wenn eine andere Behandlungsform sinnvoller ist wie zum Beispiel die Videosprechstunde.“
Bei akuten, schweren Verletzungen, plötzlich auftretenden, starken gesundheitlichen Problemen oder lebensbedrohlichen Situationen gilt dennoch: Suchen Sie die Notaufnahme auf oder kontaktieren Sie den Rettungsdienst unter der 112. „In solchen Situationen gilt es, möglichst wenig Zeit zu verlieren“, betont Dr. Friederike Haermeyer, leitende Ärztin der Zentralen Notaufnahme an der St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen.
Die Erfahrungen der Teams am Anmeldetresen zeigen: Die Angebote der Bereitschaftsdienstpraxis der KVWL werden wahrgenommen und genutzt. Allein über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel wurden in der Portalpraxis an der St. Barbara-Klinik rund 1.000 Patientinnen und Patienten versorgt. Für die Notaufnahme bedeutet die Zusammenarbeit mit der KVWL, wie allein dieses Beispiel zeigt, eine große Entlastung. „Durch die verbesserte Orientierung und die Nutzung der 116 117 können wir unsere Notaufnahme gezielt für die Versorgung schwerer und lebensbedrohlicher Notfälle freihalten. Gleichzeitig profitieren Patientinnen und Patienten mit weniger dringlichen Beschwerden von kürzeren Wartezeiten und passgenauen Behandlungsmöglichkeiten“, so Dr. Haermeyer.
Dr. Hendrik Oen pflichtet dem bei: „Wir freuen uns über die Umgestaltung in Hamm und die positive Entwicklung, dass schon jetzt immer mehr Patientinnen und Patienten den Weg hierhin über die 116 117 finden, das kommt bei den Menschen gut an.“ Der Leiter der KVWL-Bezirksstelle Münster erklärt: „Wir wollen den Patienten von Anfang an mehr Orientierung bieten. Alle sollen wissen: Die 116 117 ist der zentrale Wegweiser im Akutfall. Sie und unsere Bereitschaftsdienstpraxen, die öffnen, wenn die Praxen der Haus- und Fachärzte schließen, gehören zusammen. Darum lautet unsere Empfehlung an die Menschen in Hamm und ganz Westfalen-Lippe: Speichern Sie die 116 117 doch einfach in Ihrem Handy!“
INFO: 116 117 – „Patienten-Navi“ im Internet und Hilfe-Hotline
Wer online über das „Patienten-Navi“ unter www.116117.de oder telefonisch bei der Patientenservice-Hotline 116 117 (kostenfrei, ohne Vorwahl) Hilfe sucht, erhält rund um die Uhr eine schnelle medizinische Ersteinschätzung seiner Beschwerden. Die 116 117 ist so der zentrale Wegweiser im Akutfall. Online wie telefonisch unterstützt die bundesweit genutzte Software „SmED" („Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland"). Das Programm stellt rund 20 gezielte, individuelle und strukturierte Fragen zum Beschwerdebild und ermittelt dann eine Empfehlung zur Behandlungsdringlichkeit und zum korrekten Behandlungsort: Haus- oder Facharztpraxis, Videosprechstunde, Bereitschaftsdienst-Praxis oder Krankenhausambulanz. Für nicht mobile Patienten organisieren die Mitarbeitenden des Patientenservice 116117 im Bedarfsfall auch einen ärztlichen Hausbesuch.
Für die Videosprechstunde gilt, dass das Beschwerdebild hierfür geeignet sein muss. Kommt die Videosprechstunde über die 116 117 je nach Symptomatik und Dringlichkeit in Frage, leiten die Mitarbeitenden der KVWL Patientinnen und Patienten in das „virtuelle Wartezimmer" weiter. Dazu erhalten diese per SMS oder E-Mail einen entsprechenden Zugangslink. Wichtig: Im Internet-Browser müssen sie der Nutzung von Kamera und Mikrofon zustimmen. Auch die Krankenversichertenkarte wird benötigt.
Der Bereitschaftsdienst der KVWL steht insbesondere Patientinnen und Patienten zu Verfügung, bei denen akute Beschwerden auftreten, deren Behandlung nicht bis zur regulären Öffnung der Arztpraxen warten kann. Typische Fälle für den Bereitschaftsdienst sind: Erkältungskrankheiten, grippale Infekte mit Fieber und Schmerzen, Infektionen von Hals, Nase, Ohren, Magen-Darm-Infekte mit Brechdurchfall, akute Bauchschmerzen, Migräne oder Hexenschuss.
Weitere Informationen zur 116 117 finden Sie hier.




