Subcutaner ICD (S-ICD)

Lage eines implantierten ICDs (Bild: Boston Scientific)

Grundsätzliches: Dieses System erfüllt ebenfalls den Zweck, einen plötzlichen Herztod zu verhindern. Im Unterschied zum konventionellen, transvenösen ICD wird die Elektrode des S-ICD’s nicht über ein Gefäß ins Herz vorgebracht, sondern unter der Haut (subcutan) platziert; ohne das Herz zu berühren. Für dieses System sind u.a. folgende Betroffenen geeignet:

-junge Patienten mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod
-Ionenkanalerkrankungen (Brugada-Syndrom, Langes QT-Syndrom, Kurzes QT- Syndrom, CPVT, etc.) -Gefäßverhältnisse, die es unmöglich machen einen konventionellen, transvenösen ICD einzupflanzen
-Patienten, die bereits einen konventionellen ICD hatten, dieser jedoch aufgrund einer Infektion entfernt werden musste.

Für welches System (konventioneller ICD oder S-ICD) man am besten geeignet ist sollte in Ruhe im Rahmen eines ärztlichen Gespräches individuell besprochen werden.

Operation: Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Der Hautschnitt wird links am seitlichen Brustkorb gesetzt. Dann wird eine Elektrode unter der Haut (subcutan) entlang der Rippe und seitlich am Brustbein hinauf getunnelt. Anschließend wird die Elektrode mit dem ICD-Aggregat verbunden und in einer Tasche zwischen dem großen Rückenmuskel und dem vorderen Brustwandmuskel eingebettet.

Nachsorge: Die Nachsorge kann in der Klinik erfolgen. Sollte eine Abfrage beim niedergelassenen gewünscht sein, empfiehlt sich vorher eine Nachfrage, ob das System in der Praxis abgefragt werden kann. In der Regel erfolgt die erste Kontrolle nach ca. 4-6 Wochen. Über einen gerätespezifischen Abfragekopf kann das Gerät abgefragt, kontrolliert und gegebenenfalls individuell umprogrammiert werden. Bei einem S-ICD empfehlen sich üblicherweise Kontrollen alle 4 Monate.

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