Elektrophysiologie

Leitender Arzt: Dr. Christian Reiner
Sektion Elektrophysiologie

Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
DGK-zertifiziert für "invasive Elektrophysiologie", aktive Herzrhythmusimplantate und "interventionelle Kardiologie"

Mitgliedschaften:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC/EHRA)

Rhythmusambulanz:
Termine über 02381 681-1201

Elektrophysiologie / Rhythmologie

Die Elektrophysiologie beschäftigt sich mit der Erkennung und Behandlung von Störungen des Herzschlages. Jeder normalen Herzkontraktion geht ein elektrischer Impuls des sogenannten Sinusknoten voraus, der über das  spezifische Reizleitungssystem  des Herzens im gesamten Herzmuskel verteilt wird. Abweichungen vom normalen Pulsverhalten werden als Herzrhythmusstörungen/HRST bezeichnet.

Herzrhythmusstörungen können angeboren (z.B. das WPW-Syndrom, das Long-QT-Syndrom oder das Brugada-Syndrom) oder  erworben sein (z.B. durch Bluthochdruck, eine koronare Herzkrankheit, Herzklappenfehler), sie können mit Herzmuskelerkrankungen (z.B. bei HOCM/ARVC) vergesellschaftet sein, durch Stoffwechselstörungen (Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus, Elektrolytstörungen) oder durch Medikamente ausgelöst werden.

Man unterscheidet bradykarde Herzrhythmusstörungen (Pulsschlag dauerhaft oder phasenweise zu langsam, <50-60 Schläge/min) von  tachykarden Herzrhythmusstörungen (zu schneller Pulsschlag/Herzrasen; >100 Schläge/min). Typische Symptome der tachykarden  HRST sind ein Herzrasen oder –stolpern begleitet von Angstgefühlen, Leistungsschwäche, Brustschmerzen, Luftnot oder Schwindel bis hin zur  Bewusstlosigkeit.

Während bradykarde HRST meist durch eine Herzschrittmacherimplantation behandelt werden, ist zur Klärung tachykarder HRST oft eine elektrophysiologische Untersuchung indiziert. Je nach Ursprungsort der  Tachykardien kommen verschiedene Therapieansätze zum Einsatz wie  spezifische Medikamente, eine ICD-Defibrillatorimplantation oder eine Ablationstherapie.  

Die Elektrophysiologie ist zu einem großen Teilgebiet der Kardiologie geworden. Sie wird an der St. Barbara-Klinik seit Oktober 2015 durch Dr. Reiner und Fr. Dr. Utureanu vertreten. Neben der Ablation der  klassischen HRST wie der AVNRT, dem WPW-Syndrom und dem Vorhofflattern  ist ein besonderer Schwerpunkt der Abteilung die Ablation von Vorhofflimmern mittels Pulmonalvenenisolation. Dazu steht seit November 2015 ein 3-dimensionales Mappingsystem der neuesten Generation  zur Verfügung. Bei komplexen Ablationen werden zur besseren Therapieplanung in der radiologischen Klinik vorab CT- oder MRT-Untersuchungen des Herzens durchgeführt, die in das Mappingsytem integriert werden. Neben den Ablationen wird die Implantation von Verschlusssystemen des Vorhofohrs (LAA-Occluder) mit hoher Expertise durchgeführt.

Zur nicht-invasiven Diagnostik stehen neben den bekannten EKG-Methoden (wie Ruhe-,LZ-EKG und Belastungs-EKG) verlängerte EKG-Aufzeichnungen zur Verfügung, bei seltenen Ereignissen werden implantierbare Eventrecorder der neuesten Gerätegeneration implantiert.