Donnerstag, 19.12.2002 PressemeldungenVeranstaltungen

St. BARBARA-Klinik Hamm-Heessen GmbH mit Umweltschutz-Zertifikat ausgezeichnet

In NRW erst 12 Krankenhäuser mit Öko-Siegel

Die St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen wurde im Umweltschutzbereich erfolgreich zertifiziert. Bereits Ende März erhielt die Klinik vom zugelassenen Umweltgutachter Stefan Krings die entsprechende Validierungsbescheinigung gemäß der neuen europäischen Norm EMAS II (Eco-Management and Audit Scheme).
Anfang Oktober wurde die im Rahmen des Projektes erstellte Umwelterklärung der Öffentlichkeit vorgestellt und die Zertifizierungsurkunde durch einen Vertreter der zuständigen Industrie- und Handelskammer zu Dortmund überreicht. Die Klinik ist nun berechtigt, das begehrte Siegel "EMAS - Geprüftes Umweltmanagement" zu führen.
Bundesweit sind ca. 2500 Unternehmen, darunter 70 Krankenhäuser nach der EMAS-Verordnung (früher unter dem Begriff "Öko-Audit" bekannt) zertifiziert. In Nordrhein-Westfalen sind bislang ganze 12 Kliniken entsprechend ausgezeichnet worden; die ersten wurden nun nach der neuen Norm EMAS II, die verschärfte Anforderungen enthält, zertifiziert. Somit gehört die St. Barbara-Klinik im Gesundheitswesen bundesweit zu den Pionieren im betrieblichen Umweltschutz.
Die St. Barbara-Klinik betreibt bereits seit Jahren aktiven Umweltschutz. Ziel ist es, die Umweltauswirkungen des Klinikbetriebs zu optimieren bzw. verträglich zu gestalten und den Gesundheitsschutz mit dem Umweltschutz sinnvoll zu verknüpfen. Eine neue Dimension bekommen die Bemühungen um den Umweltschutz nun durch die erfolgte Zertifizierung.

Der Weg zur Zertifizierung
Das in der Klinik nun neu installierte Umweltmanagementsystem sorgt für eine rechtssichere, verbindliche Umweltschutzorganisation, eine regelmäßige Bewertung der Umweltleistung der Klinik, die verstärkte Einbeziehung der Mitarbeiter und die Information der Öffentlichkeit.
So wurde die Klinik im Rahmen der Vorbereitung auf die Zertifizierung nach den Regelungen der EMAS II-Verordnung zunächst einer offiziellen Umweltprüfung unterzogen, um bestehende Defizite und Mängel, aber auch Stärken zu identifizieren. Umweltpolitische Leitlinien wurden erarbeitet, die sich am bestehenden Leitbild der Klinik und an den Vorgaben der Verordnung orientieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verpflichtung zum bewussten und achtsamen Umgang mit der Umwelt sowie zu einer kontinuierlichen Verbesserung des Umweltschutzstandards - über das gesetzlich erforderliche Maß hinaus.
Unter Einbeziehung vieler Mitarbeiter wurden neue Umweltziele gesetzt und in einem Umweltprogramm für die kommenden drei Jahre zusammengefasst. Dabei fanden klassische Themen wie Abfallentsorgung, Energiemanagement und Wasserverbrauch ebenso Berücksichtigung wie ökologische Belange in Bauprojekten oder Verbesserungen der Umweltschutz-Kommunikation.

Neubau Energiezentrale:
Aufgenommen ins Umweltprogramm wurde beispielsweise der mit moderner Technik gespickte Neubau der Energiezentrale auf dem Dach des Behandlungstraktes unterhalb des Hubschrauberlandesplatzes. Erst vor wenigen Wochen in Betrieb genommen, ist sie schon heute ein Meilenstein im Umweltmanagement der Klinik. Die Umschaltung auf ein modernes Niedertemperaturheizsystem und ein neues Dampfsystem wird hier in den kommenden Jahren erhebliche Einsparungseffekte beim Brennstoffverbrauch und mithin beim Schadstoffausstoß mit sich bringen.

Weitere Beispiele:

  • Ein Abwasserkataster soll Aufschluss über die Menge und den evt. Schadstoffgehalt an lokalen Einleitungspunkten geben, um Verbesserungspotenzial sichtbar zu machen.
  • Das Dach des OP-Neubaus wurde als Gründach ausgeführt.
  • Das Recycling von Kunststoff-Medicalprodukten soll verbessert werden und die Verwendung von Medicalprodukten auf deren Umweltverträglichkeit hin überprüft werden.
  • Neben Sonderaktionen zum Umweltschutz im Rahmen des Betrieblichen Vorschlagswesens ist die Erstellung einer IntraNet-Homepage "Umweltschutz" geplant und auch der Naturschutz auf dem Gelände der Klinik soll bedacht werden.

Zu internen Dokumentationszwecken und als Hilfestellung für alle Mitarbeiter wurde ein Umweltmanagementhandbuch erstellt und in Kraft gesetzt. Für die Öffentlichkeit gedacht, ist die Umwelterklärung 2002, in der alle wesentlichen Informationen über den betrieblichen Umweltschutz in der St. Barbara-Klinik für die Öffent-lichkeit dargestellt werden..

Historie
Bereits seit 1994 ist in der St. Barbara-Klinik ein Umweltschutzbeauftragter tätig, der sich um die Belange des betrieblichen Umweltschutzes kümmert. Ihm zur Seite steht ein Umweltausschuss, der sich aus interessierten und engagierten Mitarbeitern diverser Fachbereiche zusammensetzt.
So konnte beispielsweise bereits vor 8 Jahren im Klinikbereich flächendeckend die Glas- und Altpapiersammlung eingeführt werden. Später hielt auch der gelbe Sack zur Sammlung der anfallenden Leichtverpackungen Einzug und ist aus dem Pflegealltag inzwischen kaum mehr wegzudenken. Der Einkauf umweltfreundlicher Büroartikel, die Sammlung und das Recycling gebrauchter Tinten- und Tonerpatronen, das Projekt "Abfallvermeidung im Küchenbereich", die Erstellung einer Stromverbrauchsanalyse und eines Energiekonzepts, die Komplettierung des Einbaus von Heizungsthermostaten, die Verwendung von Wasserspararmaturen, die Bereitstellung von Trinkwasserbrunnen auf den Pflegestationen, ein "Umweltschutzbriefkasten" im Eingangsbereich, der Bau einer Fahrradgarage und überdachter Fahrradständer, ein neues Entsorgungskonzept für scharfe und spitze Medicalprodukte, ein zentraler Entsorgungshof, die Teilnahme am bundesweiten Projekt "Bewertung von Medicalprodukten" und die Auszeichnung mit dem "Umweltpreis der Stadt Hamm 1998" waren nur einige der bislang umgesetzten Umweltschutzmaßnahmen, -projekte und entsprechenden "Highlights".

Umwelterklärung als PDF-Datei (1,14 MB)
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