Freitag, 08.04.2016 Aktuelles*PressemeldungenAktuellesPressemeldungen

Prostatakrebs im Fokus

Rund 100 Experten berieten im Heinrich-von-Kleist-Forum über moderne Diagnosemöglichkeiten bei Prostatakrebs

Mehr als 60.000 Männer erkranken jährlich an Prostatakrebs. Damit ist der Tumor die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland und steht nach Lungen- und Darmkrebs an dritter Stelle der zum Tod führenden Krebserkrankungen. Dabei steigt das Risiko der Erkrankung mit zunehmendem Lebensalter an. Allerdings wächst der Tumor in der Regel langsam, so dass er bei einer frühzeitigen Erkennung gut behandelbar ist und die Heilungschancen im Frühstadium entsprechend gut sind. Bei einer Ärztefortbildung der St. Barbara-Klinik Hamm GmbH im Heinrich-von-Kleist-Forum konnten sich jetzt rund 100 Expertinnen und Experten zu modernen und schonenden Möglichkeiten der Diagnostik von Prostatakrebs fortbilden.

Eine frühzeitige und genaue Erkennung des Prostatakarzinoms ist ausschlaggebend für den weiteren Behandlungserfolg. Daher luden nun Dr. Roland Homberg, Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Uro-Gynäkologie am St. Josef-Krankenhaus Hamm-Bockum-Hövel, sowie Prof. Dr. Christoph Bremer, Chefarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie der St. Barbara-Klinik und des St. Josef-Krankenhauses zu einer gemeinsamen Fortbildung für Ärzte in das Heinrich-von-Kleist-Forum ein. Sechs urologische und radiologische Experten aus dem Bundesgebiet informierten in Fachvorträgen die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu modernen Diagnoseverfahren bei Krebserkrankungen der Prostata. 

Im Fokus stand die sogenannte multiparametrische Prostata-Magnetresonanztomografie (MRT), eine strahlungsfreie radiologische Untersuchung, die mit einem starken Magnetfeld arbeitet. Dabei erhält der Patient zur Darstellung der Gewebedurchblutung ein intravenöses Kontrastmittel. Neben den bisherigen Untersuchungsstandards, zu denen die Tastuntersuchung, Blutwertbestimmung und ein Ultraschall der Prostata gehören, kann diese ergänzende Untersuchungsmethode noch genauere Hinweise für die Lage und das Ausmaß eines vermuteten Tumors geben und möglicherweise auch verdeckte Tumoren erkennen. Damit kann auch die anschließende Entnahme einer Gewebeprobe zielgenauer erfolgen und es werden wichtige Anhaltspunkte für die Planung der Therapie geliefert. „Großer Pluspunkt der Untersuchung ist, dass das MRT ein für den Patienten vollkommen schmerzfreies Verfahren ist. Allerdings liefert vor allem die Kombination der verschiedenen Untersuchungsmethoden ein möglichst genaues Bild“, erläutert der Radiologe Bremer Vorteile und Bedeutung des Verfahrens. „Da keine Röntgenstrahlung im Einsatz ist, kann die Untersuchung auch für die regelmäßigen Verlaufskontrollen während der Behandlung der Krebserkrankung eingesetzt werden.“

Die Experten diskutierten, welche Rolle diese Form der Untersuchung derzeit einnimmt und welche Möglichkeiten und Grenzen bestehen. „Für den Behandlungserfolg steht die frühzeitige Erkennung eines Tumors noch immer an erster Stelle. Daher möchten wir auch nochmals die Männer ermutigen, die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr wirklich in Anspruch zu nehmen“, appelliert der Urologe Homberg. „Ist der Krebs da, ist es für die operative und begleitende Behandlung aber umso wichtiger, genau über den Tumor Bescheid zu wissen. Und da können wir mit der Kombination von bewährten und modernen Diagnoseverfahren einen wichtigen Fortschritt machen.“