Mittwoch, 19.01.2011 Pressemeldungen

Die Sonne auf der Haut spüren - Neue Mobilität für palliative Patienten im St. Josef-Krankenhaus

Wenn der Körper an seine Grenzen gelangt, kann bisher Alltägliches unerreichbar werden. Die Sonne auf der Haut zu spüren wird ein weit entferntes Ziel, wenn schon aufrechtes Sitzen nicht mehr gelingen will. Anders im St. Josef-Krankenhaus. Die Anschaffung eines Spezialrollstuhls erhöht die Mobilität der Patienten und verschafft neue Lebensqualität. Ermöglicht wurde der Kauf durch eine Privatspende an die St. Franziskus-Stiftung in Münster.

 

Das eigene Bett verlassen, den Raum wechseln und anderen Menschen begegnen – für manche Patienten oft nur sehr schwer möglich. „´Tina´ vereinfacht eine liegende Umlagerung“, erläutert Dr. Christian Hahn, Chefarzt für Innere Medizin und Palliativmedizin am St. Josef-Krankenhaus. „Tina“, das ist ein Liege-Lift-Rollstuhl.
In waagerechter Position neben das Bett gefahren, können Patienten im Liegen in den Rollstuhl wechseln – und werden dann auf Knopfdruck in eine sitzende Position gebracht. Anschließend steht der Weg dann offen – ob in den Aufenthaltsraum zum Reden und Austauschen oder auf die Dachterasse, um Wind und Sonne wieder spüren zu können.


„Es sind diese Dinge, die ungemein wichtig sind und wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen“, unterstreicht  Schwester Diethilde Bövingloh, Mitglied des Vorstandes der St. Franziskus-Stiftung Münster. Als der Stiftung eine Privatspende übermittelt wurde mit der Bitte, sie einem palliativen Bereich zu Gute kommen zu lassen, fiel die Entscheidung schnell für das St. Josef-Krankenhaus.
Seit 2007 ist die Versorgung von palliativ-medizinischen Patienten hier möglich. Mit 8 Betten und zwei Notfallbetten in behaglich eingerichteten Einzelzimmern hebt sich der Bereich in seiner Gestaltung deutlich vom typischen Krankenhausambiente ab. Ziel ist es zu lindern, wenn heilen nicht mehr möglich ist, die Lebensqualität zu verbessern und eine Rückkehr nach Hause zu ermöglichen.
Die Teilnahme am Leben außerhalb des eigenen Krankenzimmers trägt dabei wesentlich dazu bei.