Mittwoch, 25.05.2011 Aktuelles*Pressemeldungen

Bestrahlung schon während der Operation: Schonendere Therapie bei Brustkrebs

Das Brustzentrum Hamm, Ahlen-Soest hat eine Technik der Strahlentherapie eingeführt. Bereits während der Operation kann dabei betroffenes Gewebe gezielt bestrahlt werden – für die Patientinnen bedeutet das eine anschließend kürzere Bestrahlungszeit und insgesamt schonendere Behandlung.

Eine deutliche Reduzierung der Bestrahlungsperiode und unkompliziert im Operationssaal einsetzbar: Das neue Intrabeamsystem überzeugt Dr. Hermann Wiebringhaus, Dr. Ralf Jany und Dr. Norbert Lang (v.l.n.r.).

Etwa jede 10. Frau erkrankt im Verlauf ihres Lebens an Brustkrebs. Die Entfernung des Tumors bei brusterhaltender Operation ist dabei immer mit einer Strahlentherapie verbunden, um eventuell noch vorhandene bösartige Zellen abzutöten. „Die Bestrahlung erfolgt dabei täglich über einen Zeitraum von circa sechs bis sieben Wochen“, erläutert Dr. Ralf Jany, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie
des St. Marien-Hospitals Hamm. „Für die Frauen häufig eine physische und psychische Belastung.“

Mit Hilfe des Intrabeam-Systems eröffnet das Brustzentrum Hamm, Ahlen-Soest Frauen mit kleinerer Tumorgröße jetzt neue Perspektiven. Dabei erhält die Patientin bereits während der Operation die erste Strahlendosis. Zwischen 20 und 40 Minuten dauert die Bestrahlung, dabei ist eine exakte Fokussierung möglich, so dass gesundes Gewebe weitgehend geschont bleibt.

„Die Bestrahlungsperiode kann somit deutlich reduziert werden“, erläutert Dr. Hermann Wiebringhaus, Chefarzt der St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen und Vorstandssprecher des Brustzentrums. Internationale Studien haben bereits umfassend die klinische Wirksamkeit belegt.

Die „weichen“ Röntgenstrahlen des Gerätes können die Wände des Operationssaales nicht durchdringen. „Daher kann das Intrabeam-System einfach in den Operationssälen eingesetzt werden, ohne dass die Patientin in einem speziellen Bunker vom Personal abgeschirmt werden müsste. Die betreuenden Ärzte und Pfleger können somit während der Behandlung immer in der Nähe der Patientin sein“; erklärt der Medizinphysiker Dr. Norbert Lang, Strahlenschutzbeauftragter der St. Barbara-Klinik.

Vor fünf Jahren als eines der ersten offiziell vom NRW-Gesundheitsministerium zertifiziert, gehört das Brustzentrum der St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen  zu den größten in NRW. Über 1.500 Patientinnen wurden seither mit Erstdiagnose Brustkrebs versorgt. In enger Kooperation mit dem St. Marien-Hospital Hamm und der hämato-onkologischen Gemeinschaftspraxis Dres. Weischer / Bechtel / Grote-Metke arbeiten in dem Zentrum Fachexperten aus Chirurgie, Onkologie, Strahlentherapie und Pathologie eng zusammen und erarbeiten für jede Patientin ein individuelles Behandlungskonzept.