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Descensus der inneren Genitalorgane oder Senkungszustände
Senkungszustände mit nachfolgender Problematik stellen ein häufiges Leiden der Frauen ab 40/45 Jahren dar. Neben komplizierten Geburten (großes Kindsgewicht, operative Entbindung auf vaginalem Wege) stellen angeborene Bindegewebsschwäche, weitere genetische Voraussetzungen sowie erhebliche, immer wiederkehrende Belastungen im täglichen Alltag die Hauptursachen dar. Des weiteren führen auch chronische Erkrankungen wie Asthma, Raucherhusten u.ä. ebenfalls zu Senkungsveränderungen.
In früheren Jahren wurde sehr häufig und sehr schnell von den Frauenärzten bei dem objektiven Vorliegen gewisser Senkungszustände der inneren Genitale, speziell der Scheide und der Gebärmutter, zu einer Operation geraten. Hierbei wurde unter der Vorstellung, dass Senkung und Harninkontinenz (Undichtigkeit der Blase) funktionell zusammenhängen, das operative Konzept entwickelt.
In den letzten Jahren hat sich aber eine zunehmende Zurückhaltung bezüglich operativer Korrekturmaßnahmen herausgebildet: Dementsprechend sollte nur dann operiert werden, wenn sich tatsächlich durch eine Senkung ein entsprechendes Beschwerdebild ergeben hat, das die Lebensqualität der Patientin so beeinträchtigt, dass ein gewisser Leidensdruck entsteht.
Solche Beschwerden könnten sein:
- Druckgefühl auf dem Damm bzw. dem Darmausgang, Darmentleerungsstörungen
- Schwierigkeiten, spontan Urin lassen zu können
- Fremdkörpergefühl am Scheidenausgang und weiteres mehr
Moderne therapeutische Konzepte zur Behebung der weiblichen Senkungszustände berücksichtigen vor allen Dingen die Integrität der Scheide in Funktion und Anatomie. Aus diesem Grunde wird in der St. Barbara-Klinik das therapeutische chirurgische Konzept individuell im Einzelfall ausgerichtet und dem Beschwerdebild der Patientin angepasst, sowie die zukünftigen Lebensperspektiven mit einbezogen.
Neben den bekannten und klassischen Operationsverfahren wie Gebärmutter-Entfernung und Anheben der Scheidenwände im vorderen Scheidenwandbereich (Blasenhebung) und im hinteren Scheidenwandbereich/Dammbereich (Rekonstruktion des Beckenbodens), werden auch moderne noch nicht sehr weit verbreitete Operationsverfahren angewandt: - Fixierung des Scheidenendes an das Kreuzbein sowohl von einem Bauchschnitt aus, als auch von der Scheide (unter Einsparung des Bauchschnittes). Vor allen Dingen letzteres Operationsverfahren bedarf großer operativer Erfahrung und eines entsprechenden Trainings.
Die operativen Korrektur-Verfahren zur Behebung von Senkungszuständen können auch ggf. in Zusammenhang mit Inkontinenz-Operationen (TVT-OP, Blasenhalshebung, Schlingenplastik) vorgenommen werden.
Nur noch von historischem Wert haben früher häufig angewandte Operationsverfahren wie z.B. bei wiederholtem Senkungszustand der komplette Verschluß der Scheide mit vollständigem Funktionsverlust der Scheide!


